Gegen das Konstrukt der ‘sicheren Herkunftsländer’ und Aufenthaltspflicht im Massenlager

Demonstration – NotSafe@All

Sonntag, 13.12.2020 / 14 Uhr Platz der alten Synagoge Freiburg mit Demozug zur Landeserstaufnahmeeinrichtung Freiburg

Stellungnahme | tacker | Am 13. Dezember demonstrieren Bewohner*innen der LEA Freiburg gegen die Einstufung ihrer Länder als “sichere” Herkunftsländer. Sie fordern das Ende der ewigen Unterbringung im Massenlager, das Ende des Arbeitsverbots und ein dauerhaftes Bleiberecht.
Aktion Bleiberecht solidarisiert sich mit dem Protest und ruftn zur Teilnahme auf.

Aufruf zur Demonstration der Geflüchteten aus der LEA Freiburg
Ghana und Senegal sind keine sicheren Herkunftsländer
In der Region Casamance im Senegal besteht seit Jahren ein politischer Konflikt, zuletzt wurden 2018 14 Personen im Wald Boffa-Bayotte getötet. In Ghana kommt es immer wieder zu willkürlichen Verhaftungen, Gefangene müssen häufig ohne gerichtliches Verfahren in überfüllten Gefängnissen unter lebensgefährlichen Bedingungen leben.
Wir wollen, dass unsere Fluchtgründe individuell geprüft und anerkannt werden. Stattdessen müssen wir über Jahre ohne Arbeitserlaubnis in Erstaufnahmecamps leben. Wir fordern das Ende der pauschalen Diskriminierung! Wir fordern einen Transfer aus den Erstaufnahmecamps! Wir fordern Schutz! 
Haltet Abstand und kommt mit Mundschutz.

Ghana and Senegal are no safe countries
There has been a political conflict in the Casamance region in Senegal for years, recently 14 people were killed in the Boffa-Bayotte forest in 2018. In Ghana arbitrary arrests occur again and again and prisoners often have to live in overcrowded prisons under life-threatening conditions without a judicial proceeding. We want our reasons for fleeing to be individually checked and accepted. Instead, we are forced to live in reception camps for years without a work permit. We demand the end of the general discrimination! We request a transfer from the reception camps! We demand protection!       
Keep distance and wear masks!

Le Ghana et le Sénégal sont pas des pays sûrs
Il y a un conflit politique dans la région de la Casamance au Sénégal depuis des années, la dernière fois 14 personnes ont été tuées dans la forêt de Boffa-Bayotte en 2018. Des arrestations arbitraires se produisent sans cesse au Ghana, les prisonniers doivent souvent vivre dans des prisons surpeuplées dans des conditions inhumains sans aller au tribunal.      
Nous voulons que nos raisons de fuite soient individuellement vérifiées et acceptées. Au contraire nous sommes forcés à vivre dans des camps d‘enregistrement pendant des années sans permis de travail. Nous exigeons la fin de la discrimination générale! Nous demandons un transfert de les camps d‘enregistrement! Nous exigeons une protection!                   
Gardez vos distances et venez avec masques.

Info Material

  • Bericht der Bundesregierung 2019 – Sichere Herkunftsländer zu Ghana und Senegal
  • Bericht der Bundesregierung 2017 – Sichere Herkunftsländer zu Ghana und Senegal
  • Alle die aus dem Senegal und Ghana nach dem 31. August 2015 eingereist sind, unterliegen einem absoluten Arbeits- und Ausbildungsverbot. Beschlossen im Asylpaket I am
  • 23. Oktober 2015. Beide Länder sind seit 1993 als ‚sichere Herkunftsländer‘ eingestuft.
  • Senegal Scheuers Werbeaktion Das geht auch dem Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs, zu weit.
  • Senegal „sicheres“ Herkunftsland? „Wir benötigen in Deutschland ein anwendbares Rahmengesetz, ein Einwanderungsgesetz, das den Menschen aus dem Senegal eine Chance eröffnet.
  • SenegalBeck fordert mehr Schutz für Homosexuelle aus Afrika Einstufung von Senegal und Ghana als sichere Herkunftsländer ist rechtswidrig…
  • Senegal Musiker, die Regime stürzen Senegals Rapper gelten seit Ende der 80er-Jahre als Vorreiter des politischen Hip-Hop in Afrika.
  • Senegal Coronavirus in Gefängnissen: Staaten in Subsahara-Afrika müssen Häftlinge schützen
  • SenegalGerichtsurteile