Für einen antirassistischen Feminismus

Sexualisierte Gewalt: Kein Einzelfall in Deutschland

Infoflyer | In der Nacht vom 13. auf den 14. Oktober ist eine furchtbare Straftat begangen worden. Ein 18-jährige Frau wurde von mehreren Männern nacheinander vergewaltigt. Die Polizei geht im Moment von 8 Tätern aus. Dieses Schicksal ist kein Einzelschicksal. Laut polizeilicher Kriminalstatistik wurden im Jahr 2017 7495 Menschen Opfer von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Das sind zwanzig jeden Tag. Vor allem Frauen und queere Menschen sind davon betroffen. Die Dunkelziffern sind in allen Fällen enorm hoch. Sexualisierte Gewalt ist ein Tabu und wird oft verschwiegen.
Die Medienberichterstattung
Überregionale Medien berichten selten von solchen Taten. In den Lokalzeitungen ist primär von „tragischen Einzelschicksalen“ die Rede.
Dabei verschwinden strukturelle Ursachen oft im Hintergrund. Dadurch werden Strukturen nicht greifbar und Gewalt an Frauen* bleibt bestehen. Seit der Kölner Silvesternacht ist das Thema „Gewalt an Frauen*2 “ jedoch immer mehr in den großen Zeitungen und Nachrichtensendungen präsent. Ausschlaggebend für die unverhältnismäßig hohe mediale Aufmerksamkeit scheint die nationale Herkunft der Täter*innen zu sein. So auch jetzt: Die Polizei meldete bereits am 17.10 eine Gruppenvergewaltigung. Lokale Medien berichteten. Erst als neun Tage später Menschen mit syrischer Herkunft in U-Haft genommen wurden, wird der Vorfall bundesweit diskutiert.
Vereinnahmung und Umdeutung von Rechts
Diese Tatsache bietet Nährboden für Rechte Rhetorik. Die nationale Herkunft wird immer mehr mit der Wahrscheinlichkeit von Gewalttaten verknüpft. Ausländer*innen werden pauschal als gefährlich und gewaltbereit inszeniert und pathologisiert. Die einzige Lösung zum „Schutz der deutschen Frau*“ wäre somit eine Schließung der staatlichen Außengrenzen und die schnellstmögliche Abschiebung von Ausländer*innen, so wie es Parteimitglieder *innen von der AfD jetzt wieder fordern.
Gewalt an Frauen weiterhin ein Problem!
Doch ist damit das vielschichtige Problem von Gewalt an Frauen* gelöst? Nein! Es handelt sich um ein komplexes Problem, das über einzelne Straftaten hinausgeht! Die Vereinnahmung und Umdeutung durch die Neue Rechte gibt einfache und bequeme Lösungen für ein viel weiter gehendes Problem. Um Gewalt an Frauen* zu begegnen, bedarf es einer umfassenden Diskussion – ohne kulturellen Rassismus! Beziehen wir als freiheitliche Gesellschaft Position. Diskutieren wir das Problem mit seinen Fallstricken und geben wir Rechten Ideologien keinen Raum. Denn es geht um Frauen*rechte und ein Ende von Gewalt.
Erstunterzeichnende
Aktion Bleiberecht Freiburg, Birgit Heidtke, Freiburg (Feministische Geschichtswerkstatt), Irene Vogel, Stadträtin Unabhängige Frauen Freiburg, Feministisches Zentrum Freiburg e.V., Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung, iz3w e.V., Linke Liste-Solidarische Stadt Freiburg, Our Voice Freiburg, Rasthaus Freiburg, realitätenwerkstatt-Feministische Gruppe Freiburg, RoR-Frei (Rhythms of Resistance Freiburg), SAGA (Südbadisches Aktionsbündnis Gegen Abschiebungen), Seebrücke Freiburg, SPD-Freiburg, SPD-Gemeinderatsfraktion Freiburg, Tritta e.V., Verein für feministische Mädchenar

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