Eine Veranstaltungsreihe im Zeitraum vom 29. Januar bis 18. April 2026
Solidarisches Handeln im Dreiländereck. Gegen den autoritären Umbau des Asyl- & Grenzsystems

Die Bundesrepublik Deutschland ist längst eine Migrationsgesellschaft und die Ursachen für Flucht stehen in engem Zusammenhang mit konkreten politischen Ereignissen, wie in der Ukraine, in Syrien und im Balkan zu sehen ist.
Doch seit den 1980er Jahren wird das Asylrecht permanent von rechtskonservativen Kräften angegriffen. Politische Beschlüsse haben dazu geführt, dass aufenthalts- und verfahrensrechtliche Standards abgeschafft und soziale Rechte stark eingeschränkt wurden. Dabei wurde die Genfer Flüchtlingskonvention aus den Lehren des Faschismus geschaffen, um zu verhindern, dass Menschen auf der Flucht rechtlos sind. Sie wird von 146 Staaten anerkannt.
Seit dem „Sommer der Migration“ im Jahr 2015 erleben wir eine neue Intensität politischer Angriffe gegen das Asyl- und Asylsozialrecht. Mit dem neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) schafft der autoritäre Populismus nun weitere Voraussetzungen, um Menschen auf der Flucht schneller inhaftieren oder ihnen lebensnotwendige Leistungen streichen zu können. GEAS tritt im Juni 2026 in Kraft.
Gleichzeitig inszeniert die Bundesregierung seit Monaten ein Grenzspektakel gegen „irreguläre Migration”. Dabei werden Bedrohungs- und Angstszenarien aufrechterhalten und somit Nationalismus und Rassismus im Inneren geschürt.
Mit unserer Veranstaltungsreihe wollen wir gegen all diese Entwicklungen politisch intervenieren. Unser Ziel ist es zu informieren und mit einer gemeinsamen Grenzaktion im Dreiländereck auch zum politischen Handeln aufzurufen.
PROGRAMM
FLUCHT & ASYL. VERSTEHEN & HANDELN.
29. Januar, 13.30–17.30 Uhr ·
Haus des Engagements, Rehlingstr. 9 · Workshop, iz3w/fernsicht
Interaktiver Workshop mit Zahlen und Fakten zu Asylgesetzen und globalen Fluchtbewegungen. Im Fokus stehen Gründe und komplexe Ursachen für Flucht aus Ländern des Globalen Südens, denn: Niemand flieht ohne Grund! Teilnehmerzahl begrenzt. Bitte um Anmeldung an workshop@aktionbleiberecht.de
DER WORKSHOP IST KOSTENLOS!
KUNDGEBUNG ZUM GLOBAL DAY OF COMMEMORACTION
6. Februar, 18 Uhr ·
Platz der Alten Synagoge · Aktion Bleiberecht in Kooperation mit SEEBRÜCKE
Seit dem Massaker von Ceuta durch die spanische Grenzpolizei 2014 hat sich der 6. Februar zu einem transnationalen Aktions- und Gedenktag entwickelt. In über 50 Orten in Afrika und Europa wird der Toten an den Grenzen gedacht. Anlässlich des Global Day of CommemorAction 2026 rufen wir zu einer Kundgebung in Freiburg auf. Wir setzen uns für sichere Fluchtwege, die Rechte von Geflüchteten und die Bewegungsfreiheit aller Menschen ein.
THE TOPOGRAPHY OF SMUGGLING
13. Februar, 20 Uhr ·
Weingut Dilger, Urachstr. 3 · Vortrag von David Suber · Englisch mit dt. Übersetzung
Mehr Überwachung und Kriminalisierung an Europas Grenzen halten Menschen nicht davon ab, vor Unsicherheit oder Armut zu fliehen. Mangels legaler Migrationswege greifen sie auf sogenannte Schlepper zurück, die illegale Grenzübertritte ermöglichen. Mit David Suber (Mitglied der Forschungsgruppe Border Criminologies, Universität Oxford) hinterfragen wir das Bild des kriminellen Schleppers und diskutieren die komplexen Realitäten sowie die unerwarteten Folgen europäischer Grenzkontrollen, die die Situation häufig verschärfen.
LAGER FÜR ALLE? DIE NORMALISIERUNG DER MASSENUNTERBRINGUNG ZWISCHEN HAFT UND STÄDTISCHEM WOHNEN IM SUB-STANDARD
26. Februar, 19.30 Uhr ·
Online-Vortrag & Diskussion · aktionbleiberecht.de/veranstaltungsreihe-2026
Mit René Kreichauf (Professor für Stadtforschung und Planung an der Vrije Universiteit Brussel, John-F.-Kennedey Memorial Fellow an der Harvard University) beleuchten wir zum einen die Ausbreitung haftähnlicher Unterkünfte für Geflüchtete, zum anderen die Verstetigung von Lagern in Form von auf Dauer angelegten modularen Unterkünften. Es zeigt sich, dass der Übergang zur regulären Wohnungsversorgung verschwindet und das Lager mehr und mehr den Sozialwohnungsbau ersetzt. Im Anschluss an den Vortrag diskutieren wir über die Situation im Raum Freiburg und über mögliche aktivistische Handlungsoptionen.
AUSGEGRENZT DURCH DIE BEZAHLKARTE
6. März, 18 Uhr ·
Schwere(s)los, Kleineschholzweg 5 · Erzählcafé
Was ist eigentlich das Problem mit der Bezahlkarte? Geflüchtete berichten von ausgrenzenden Erfahrungen in ihrem Lebensalltag. Das Bezahlkartensystem greift in ihre Selbstbestimmung ein, da sie mit zahlreichen Kontrollmechanismen verknüpft ist. Organisiert von der Initiative BEZAHLKARTE STOPPEN!
DIE AUTORITÄR-POPULISTISCHE GRENZE
13. März, 20 Uhr ·
Mensa der Hebelschule, Engelbergerstr. 2 · Vortrag von Sabine Hess.
Das europäische Grenzregime radikalisiert sich: Rechtsverstöße wie Pushbacks sind systemische Praxis, Gerichtsurteile werden ignoriert und illiberale Praktiken in Recht gegossen. Gleichzeitig erleben wir europaweit einen massiven Rechtsruck, begleitet von aggressiven anti-migrantischen Debatten und Politiken. Mit Sabine Hess (Direktorin des Centers for Global Migration Studies, Universität Göttingen) zeichnen wir nach, wie beides die autoritären Entwicklungen befeuert.
FLUCHT & ASYL. ARGUMENTIEREN & WIDERSPRECHEN.
17. März, 14–17 Uhr ·
Haus des Engagements, Rehlingstr. 9 · Workshop von iz3w/fernsicht
Der Workshop vermittelt Fakten zu Asyl und Migration und zeigt Strategien, wie man diskriminierenden Aussagen und Stammtischparolen (selbst)bewusst entgegentreten kann. Mit praktischen Übungen stärken wir die eigene Haltung und fördern eine solidarische Argumentationskultur. Teilnehmerzahl begrenzt. Bitte um Anmeldung an workshop@aktionbleiberecht.de
ZWISCHEN OFFENHEIT & ABSCHOTTUNG
26. März, 20 Uhr ·
Mensa der Hebelschule, Engelbergerstr. 2 · Vortrag von Maximilian Pichl
Mit der Reform des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS) vollzieht sich die gravierendste Asylrechtsverschärfung der letzten 30 Jahre. Wie kam es dazu und was wird sich verändern? Wie können wir die Migrationsgesellschaft verteidigen? Mit Maximilian Pichl (Professor für Recht der Sozialen Arbeit, Frankfurt University of Applied Sciences) analysieren wir das Auf und Ab der europäischen Asyl- und Migrationspolitik des letzten Jahrzehnts und diskutieren Handlungsmöglichkeiten für die Zivilgesellschaft.
DREILÄNDERECK GEGEN AUSGRENZUNG
18. April ·
Ort: siehe aktionbleiberecht.de/veranstaltungsreihe-2026
Mit der Reform des „Gemeinsamen Europäischen Asylsystems“ (GEAS) werden unmenschliche Politiken der Abschottung, Zurückweisung und Ausgrenzung in Recht gegossen. Menschenrechtliche Standards und geltendes EU-Recht werden offen infrage gestellt. Wir wollen uns dem Autoritarismus widersetzen und organisieren deshalb im Dreiländereck (CH–F–D) eine größere Protestaktion gegen Grenzen und ihre Schließung.
INFOMATERIAL für die Veranstaltungsreihe.
An dieser Stelle werden demnächst verschiedene Links zum download veröffentlicht
Hinweise zur Vorbereitung der Dreiländer-Protestaktion am 18. April 2026. Wer den Protest unterstützen möchte, wende sich bitte an
3l-demo@aktionbleiberecht.de
Um am 18. April 2026 eine größere Protestaktion im Dreiländereck (Weil am Rhein, Saint Louis, Huningue und Basel) vorzubereiten, haben sich bereits verschiedene Gruppen und Einzelpersonen getroffen. Dafür werden in Basel weitere Vorbereitungstreffen stattfinden. Wer sich dem Protest anschließen möchte, wende sich bitte an: 3l-demo@aktionbleiberecht.de
Various groups and individuals have already met to prepare for a major protest action in the border triangle (Weil am Rhein, Saint Louis, Huningue and Basel) on 18 April 2026. Further preparatory meetings will take place in Basel. Anyone wishing to join the protest should contact: 3l-demo@aktionbleiberecht.de
Afin de préparer une grande manifestation dans la région des trois frontières (Weil am Rhein, Saint Louis, Huningue et Bâle) le 18 avril 2026, différents groupes et individus se sont déjà réunis. D’autres réunions préparatoires auront lieu à Bâle. Si vous souhaitez vous joindre à la manifestation, veuillez contacter : 3l-demo@aktionbleiberecht.de

Die Veranstaltungsreihe wird organisiert von Aktion Bleiberecht Freiburg (Abr) vom Internationalen Zentrum 3. Welt (iz3w) und von Our Voice (Die migrantischen Stimmen der Unsichtbaren bei Radio Dreyeckland Freiburg).
Die Veranstaltungsreihe wird gefördert von Muvement Hub, Grenzenlose Solidarität e. V., von der Sebastian COBLER Stiftung für Bürgerrechte und von Brot für die Welt mit Mitteln des kirchlichen Entwicklungsdienstes.
Ein großes Dankeschön für die finanzielle Unterstützung, die diese Veranstaltungsreihe erst ermöglicht hat.
