Pressemitteilung: Auftakt Aktionsmonat Utopie-leben

Der Aktionsmonat Utopie leben begann am 17.05.2008 mit einem Utopischen Stadtspaziergang. Gegen 11 Uhr fanden sich rund 150 Personen auf dem Platz der alten Synagoge zum gemütlichen Brunch ein. Unter den Augen der zahlreich anwesenden Ordnungskräfte stärkten sich AktivistInnen und PassantInnen an den vegetarischen Leckereien. Gleichzeitig wurden Infomaterialien zum Aktionsmonat Utopie leben durch die einzelnen Gruppen verteilt. Wegen der geplante Umgestaltung der Grünfläche zur Betonwüste wurden Postkarten an Oberbürgermeister Salomon von PassantInnen ausgefüllt. Hieraus entstand spontan eine Initiative um die Verschandelung des Platzes der alten Synagoge zu verhindern.


Gegen 14.00 setzte sich der Demonstrationszug unter den heissen Klängen der Action-Sambaband Sam¡Basta! in Richtung Augustinerplatz in Bewegung. Dort fand eine Samba Perfomance mit reger Beteiligung der Anwesenden statt. Kreative Strassenprotestformen wie Stelzenlauf, Jonglage, Diabolo, eine Großpuppe sowie Tanz und Samba belebten diese zweite Etappe des Utopischen Stadtspaziergangs. Zum Abschluss wurde eine symbolische Mauer aus Kartons errichtet, auf der Freiburgs BürgerInnen ihre Utopien festhielten. 


Die Mauer verblieb auf dem Platz und die inzwischen auf rund 200 Personen angewachsene Demonstration begab sich über die Kaiser Joseph Strasse zum Siegesdenkmal. 


An dem Kriegerdenkmal fand eine Aktion gegen Mititarismus, Krieg und die Waffenforschung an der Universität Freiburg, u.a. am Frauenhofer Institut für Kurzzeitdynamik und Frauenhofer Institut für Festkörperphysik (organisiert im Verbund Verteidigungs- und Sicherheitsforschung), statt. Die verheerende Wirkung von Streubomben wurde in einer symbolischen 'Flyerexplosion' den Umstehenden verdeutlich. Beim Anbringen eines Transparents mit der Parole 'Den nächsten Krieg verhindern' am Siegesdenkmal kam es zum einzigen Eingriff seitens der Polizei. Diese hielt sich schliesslich aber doch an die zuvor getroffenen Absprachen.


Die nächste Station des Utopischen Spaziergangs bildete das neu eingerichte Tierversuchslabor der Universität in der Stephan-Meier-Straße (eines von 30 in Freiburg!). Bei dieser Kundgebung forderten die AktivistInnen die Einstellung aller Tierversuche und begaben sich anschliessend zum Endpunkt auf dem Stühlinger Kirchplatz. 


Angesichts des inzwischen einsetzenden Regens wurde der Abschluss des Aktionstages mit Volxküche nach Drinnen verlegt. Dies sorgte dafür, dass die zahlreich angereisten Polizeikräfte früher als geplant ins Wochenende starten konnten.


Die gesamte Aktion fand in einer lockeren Atmosphäre statt. Die im Vorfeld etwas aufgeheizte Stimmung konnte durch die gute Kommunikation zwischen AktivistInnen und Polizei entspannt werden. Das 'Nicht-Anmelden' von Kundgebungen sollte nicht mit mangelnder Dialogbereitschaft verwechselt werden.


Utopie braucht keine Genehmigung!

 

Das Pressekollektiv des Aktionsmonat Utopie leben