Veranstaltung: „Die Akte Zilli Reichmann“ am 24. Oktober 2017

Zilli Reichmann überstand die Haft im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau

Flyer | Vom 24. Oktober bis zum 4. Dezember 2017 findet eine Veranstaltungsreihe des Freiburger Forum aktiv gegen Ausgrenzung statt. ‚Kommunale Solidarität gegen Antiziganismus und Abschiebung – Historische, rechtliche und politische Perspektiven‘. Die Reihe beginnt mit einem Vortrag von Heiko Haumann. Aktion Bleiberecht wird weitere Veranstaltungen in der Reihe ankündigen.

Vortrag

von Historiker Heiko Haumann

24. Oktober 2017 | 20 Uhr | UNI-Freiburg | Raum 1098

Auf der Grundlage vieler Gespräche mit der heute 94 jährigen Zilli Reichmann, schildert Heiko Haumann ihr Schicksal im Zusammenhang mit der Geschichte der Sinti im 20. Jahrhundert.

1942 wurde Zilli Reichmann in Straßburg verhaftet und ein Jahr später in das berüchtigte „Zigeunerlager“ im KZ Auschwitz-Birkenau eingeliefert. Hier traf sie auf Hermann Diamanski, der ihr als Lagerältester half und dem Heiko Haumann ein früheres Buch gewidmet hat. Nicht verhindern konnte Diamanski, dass Zilli Reichmanns kleine Tochter, ihre Eltern und weitere Familienangehörige 1944 ermordet wurden.

Zilli Reichmann überstand die KZ-Haft. Doch die Diskriminierungen setzten sich in der Bundesrepublik fort – nicht zuletzt im Rahmen der beschämenden „Wiedergutmachung“, aber ebenso in der Haltung der Bevölkerung. Die juristische Aufarbeitung der Verbrechen durch Prozesse gegen NS-Täter, in denen auch Zilli Reichmann als Zeugin befragt wurde, blieb unzureichend.

Doch immer noch ist der Umgang mit dieser Bevölkerungs-gruppe gekennzeichnet von Romantisierungen auf der einen und extremer Diskriminierung auf der anderen Seite. Von der Geschichte der Abwertung und Verfolgung lassen sich Lebensweise, Selbstwahrnehmung, Ängste und Erwartungen der Sinti bis heute nicht trennen.

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