Gewalt gegen Flüchtlinge auf der Balkan-Route – Sklavenhandel in Nordafrika

„Die Patienten berichten von weit verbreiteter Gewalt sowie grausamer und entwürdigender Behandlung“

Die Gewalt gegen Flüchtlinge auf der Balkan-Route ist alltäglich. Vor allem wird sie auch von Polizisten verübt. Die Verletzungen, die den Geflüchteten zugefügt werden sind zum Teil erheblich. Die gezielt eingesetzte Gewalt ist ein Form von Folter. Aktuell berichtet ARD Wien darüber. Seitdem Ungarn, aber auch Kroatien die Grenzen dicht gemacht haben entwickelt sich Serbien zum größten Flüchtlingscamp Europas.

  • Ärzte ohne Grenzen verurteilt Gewalt gegen Flüchtende an der Grenze

Ärzte ohne Grenzen | Die Teams von Ärzte ohne Grenzen in Serbien haben in den vergangenen Monaten zunehmend Patienten mit Gewaltverletzungen behandelt. Die Patienten berichten von weit verbreiteter Gewalt sowie grausamer und entwürdigender Behandlung, die von ungarischen Sicherheitskräften an der serbisch-ungarischen Grenze verübt worden seien, bevor die Flüchtenden nach Serbien zurückgeschickt worden seien. Ärzte ohne Grenzen fordert die ungarischen Behörden auf, den Berichten nachzugehen und diese brutale Praxis umgehend zu beenden.

  • „Sklavenhandel mit Migranten / Ein Flüchtling kostet ab 200 Dollar

Tagesschau.de vom 11.04.2017  | Sie werden vergewaltigt, müssen schwere Arbeiten verrichten oder anschaffen gehen: Immer wieder fallen Flüchtlinge in Nordafrika skrupellosen Sklavenhändlern in die Hände. Die IOM spricht von regelrechten „Sklavenmärkten“.

In Nordafrika hat sich der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zufolge ein moderner Sklavenhandel mit Migranten und Flüchtlingen entwickelt. In Libyen und Niger fallen Flüchtlinge demnach immer wieder skrupellosen Sklavenhändlern in die Hände. Es gebe regelrechte „Sklavenmärkte“, sagte der IOM-Vertreter in Libyen, Othman Belbeisi. „Sie gehen zum Markt, und dort können sie für 200 bis 500 Dollar einen Migranten kaufen“, sagte er. Die Flüchtlinge müssten für ihre Käufer schwerste körperliche Arbeiten verrichten. Einigen der Flüchtlinge gelinge nach dem Kauf die Flucht, andere blieben in ihrer Zwangslage. Der Leiter der IOM-Sondereinsätze Mohammed Abdiker sprach von „katastrophalen Zuständen“. Die Migranten, die den Menschenhändlern in die Hände fielen, seien „konfrontiert mit systematischer Mangelernährung, sexuellem Missbrauch bis hin zum Mord“. Dem IOM zufolge werden Frauen in die Prostitution gezwungen und vergewaltigt.

  • IOM stützt sich auf Zeugenberichte

Schon seit einigen Jahren betrieben Menschenhändler das schmutzige Geschäft mit der Sklaverei, berichtet die Organisation weiter. Bei den Opfern handele es sich um Menschen aus anderen afrikanischen Ländern, etwa aus dem Senegal und aus Gambia. Die IOM stützt ihre Aussagen auf Zeugenberichte. Angaben zur Zahl der betroffenen Menschen lägen nicht vor, hieß es. Nach IOM-Schätzungen warten Hunderttausende Männer, Frauen und Kinder in Libyen auf eine Überfahrt nach Europa.“

  • Ein Kommentar

tageszeitung  | „Immer stärker offenbart sich das Ausmaß von Erpressung und Versklavung der Flüchtlinge. Diese, so berichteten Betroffene es jetzt den IOM-Ermittlern, würden auf Sklavenmärkten verkauft und müssten schwerste körperliche Arbeiten verrichten.“

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